Pädagogische Fortbildung zum Umgang mit dem allergischen Kind
Der kompetente und sichere Umgang mit allergie- und neurodermitiskranken Kindern in Kindergarten und Tagesstätte
1. Vorbemerkungen
Immer mehr Krankheitsbilder werden heute allergischen Prozessen zugeordnet. So zählen wir heute neben den klassischen Krankheiten Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen auch chronische oder immer wiederkehrende Mittelohrentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten zu den typischen allergischen Krankheitsbildern im Kindesalter. Dabei zeigt sich mehr und mehr der oft widersprüchliche Zusammenhang zwischen labortechnisch belegbarer Allergie und klinisch feststellbarer Unverträglichkeit. Ist es für den Patienten schon schwer genug, sich anders wahrzunehmen als Allergietests dies zuzulassen scheinen, so ist es für die Menschen seines sozialen Umfeldes fast unmöglich, sich im Umgang mit dem Kind nicht von Unsicherheit bestimmen zu lassen. Unsicherheit der Kontaktpersonen aber macht dem Kind Angst. Auch wenn inzwischen vieles zum Allgemeinwissen zählt, so werden wir doch überrascht und überfordert durch die steigende Zahl der Betroffenen, aber auch durch die Verschiedenartigkeit der gängigen Information. Die kleinen Patienten brauchen sichere Kontaktpersonen, die in der Lage sind, mit ihnen gemeinsam Unsicherheiten der Krankheit auszuhalten und durchzustehen. Sie müssen aber auch in der Lage sein, Ängste des Kindes zu mindern und sollten nicht durch eigene Sorgen und Angst vor möglicherweise nicht zu vertretender Verantwortung jede notwendige erzieherische Gelassenheit verlieren. Die viele Zeit, die Kinder in Schule und Kindergarten verbringen, kann gerade durch aufmerksame und gut informierte Betreuungspersonen an diesen Orten helfen, den Patienten wahrzunehmen, ihn ernst zu nehmen und ihn auf dem mühsamen Weg der Suche nach der sprichwörtlichen "Nadel im Heuhaufen" zu unterstützen. Gerade der professionelle Abstand zwischen Betreuungspersonen und Kind hilft auch den Eltern, mehr zu erkennen, als es ihnen in der meist vorhandenen Überforderung und dauerhaften Anspannung möglich ist. Schon diese wenigen Vorbemerkungen machen deutlich, dass hier ein hoher Bedarf an qualifiziertem Personal in der Betreuung unserer allergiekranken Kinder besteht und sicher noch zunehmen wird. Die Zahl der allergischen Kinder wird bei 20% aller Kinder in Deutschland angegeben, und die Zahl steigt!
2. Zielgruppe
Mit den Fragen, die die Betreuung und Integration von allergischen Kindern in Kindergarten und Schule aufwerfen, werden die MitarbeiterInnen dieser Einrichtungen zwangsläufig konfrontiert. Sie sind angewiesen auf Information über die Krankheiten und deren Ursachen, über die Behandlung und den sinnvollen und angemessenen Umgang mit dem Kind selbst. Sie müssen sich Aufgaben stellen ohne sich kompetent zu fühlen. Der Erwerb von Wissen durch Hören-Sagen stellt einen äußerst unbefriedigenden Zustand für ErzieherInnen und LehrerInnen ebenso wie für die Kinder und deren Eltern dar. Unser Fortbildungsangebot richtet sich deshalb an ErzieherInnen/SozialpädagogInnen aller pädagogischen Einrichtungen, in denen Kinder außerhalb der Familie betreut werden. Das Ziel ist, Halbwissen in Kompetenz umzuwandeln, in den besonderen pädagogischen Fragen des Umgang mit den betroffenen Kindern zu mehr Sicherheit und Klarheit zu verhelfen und die persönliche besondere Verantwortung auf ein tragbares Maß zu reduzieren.
3. Wir über uns:
Immer wieder wurden und werden wir als langjährig erfahrene Einrichtung mit einem ergänzenden Therapieangebot bei Neurodermitis und Allergien gebeten, auch andere von unseren Erfahrungen profitieren und sie an unserem Wissen teilhaben zu lassen.
Sicher ist: Im Bereich der Beratung von Allergie- und Neurodermitispatienten und ihrer Angehörigen verfügen wir über ein hohes Maß an Erfahrung. Dabei ist die fachliche Qualifikation unserer MitarbeiterInnen in den medizin-verwandten Belangen ebenso anerkannt bei Patienten, Ärzten, Eltern und Kostenträgern wie unsere pädagogische und psychologische Kompetenz. Auf der Basis ihrer jeweiligen Berufe als Ernährungswissenschaftler, Pädagogen und Psychologen ist unser Personal in besonderer Weise geschult für die beraterische Tätigkeit einerseits und die inhaltlichen Fragen der Therapie andererseits.
Sicher ist auch: Die steigende Zahl der an Allergien, Pseudoallergien und Unverträglichkeiten Leidenden führt dazu, dass in allen sozialen Einrichtungen der Bedarf nach kompetenter adäquater Führung der betroffenen Kinder immer größer wird. Unser Anliegen ist es, die in diesem Feld Tätigen zu der speziell erforderlichen kompetenten Arbeit zu befähigen.
4. Das Angebot:
In dieser Fortbildungsmaßnahme schulen wir LehrerInnen, Erzieherinnen und andere Personen, die sich der Betreuung von allergie- und neurodermitiskranken Kindern zuwenden und sich für diese Aufgabe speziell weiterbilden möchten. Neben einer fachlichen Qualifikation in den notwendigen Sachinhalten der medizinischen Grundlagen sollen Qualifikationen zur pädagogischen Arbeit und Hilfen zur Integration der Kinder in die Gruppe/Schulklasse geboten werden. Die Schwerpunkte der 12stündigen Weiterbildung liegen in den Bereichen:
Medizinische Grundlagen und
Psychologisch-pädagogische Grundlagen
5. Termine
Das Seminar ist dreimal jährlich geplant. Bitte erfragen Sie die Termine telefonisch.
6. Die Kosten:
Teilnahmegebühr: 130,00 €
Die maximale Zahl liegt bei 16 Teilnehmern.
Die Seminare finden in unterschiedlicher Aufteilung (3 Abende, 1,5 Tage freitags und samstags) statt im Therapiezentrum Schwelmer Modell, Markgrafenstr. 6, 58332 Schwelm oder auf dem Seminar-Bauernhof „Huckelriederfeld Hof“ in Löningen im Emsland. Auf dem Bauernhof entstehen Übernachtungs- und Verpflegungskosten zusätzlich.
