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Neurodermitis bei Babys

Neurodermitis ist die häufigste Krankheit an der Haut bei Babys und Kindern. Bei der Krankheitsentstehung und im weiteren Krankheitsverlauf sind Faktoren aus allen Lebensbereichen relevant. Im Säuglingsalter manifestiert sich das Ekzem vor allem im Gesicht und auf dem Kopf, während die Neurodermitis bei (Klein-)Kindern typischer Weise in den Armbeugen, Kniekehlen und am Hals auftritt und dann auch den gesamten Körper betreffen kann.

Für die Neurodermitis bei Babys lassen sich neben allergischen Auslösern auch psychische Faktoren (Reizüberflutung, Unwohlsein wegen Hunger oder Müdigkeit, Spannungsfelder zwischen „wollen“ und „können“, Lösung von Eltern etc.) erkennen. Durch die Neurodermitis bei Babys verhalten sich erwachsene Bezugspersonen häufig vorsichtiger, behütender, mitleidiger, weniger klar, als sie dies bei gesunden Kindern tun. Nicht selten wird gerade dadurch aber das Krankheitsgeschehen eher verstärkt (sekundärer Krankheitsgewinn).

Da ein Haupt-Symptom der Neurodermitis bei Babys wie in allen anderen Altersgruppen auch der Juckreiz ist, lässt sich dies besonders an „Kratz-Situationen“ des Kindes verdeutlichen:
In einer Stress besetzten Situation (z.B. „Konflikt – Mama sagt Nein“ oder „Müde– ich möchte aber so gerne noch dabei bleiben“) erlebt das Kind Anspannung und diese löst Juckreiz und/oder Kratzverhalten aus. Dabei erlebt das Kind, dass es durch Kratzen Spannung abbauen kann und also „Ent-Spannung“ erzielt. Gleichzeitig erfährt das Kind, dass sich Eltern verstärkt kümmern und sich ihm zuwenden, wenn es kratzt. Diese Zuwendung allerdings bezieht sich zumeist auf Linderung oder Beseitigung des Juckreizes und Beruhigung des Kindes, selten nehmen Eltern oder Bezugspersonen aber den eigentlichen Auslöser für die Kratz-Attacke (z.B. Wut/Ärger, Unwohlsein) in den Blick und können deshalb die angemessene Verarbeitung der zu Grunde liegenden Gefühle nicht unterstützen. Die Folge ist, dass das Kind das „unangemessene“ und „ungesunde“ Verhalten (Kratzen) weiterhin zeigt und dies sogar verstärkt.

Die Beispiele machen deutlich, wie notwendig eine enge Einbindung der Eltern und die ganzheitliche Betrachtung der vielfältigen Zusammenhänge in der Therapie der Neurodermitis bei Babys sind. Dem wird im Schwelmer Modell Rechnung getragen.