Neurodermitis
Neurodermitis ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Sie verläuft entzündlich und ist mit starkem Juckreiz verbunden. Andere Bezeichnungen für die Erkrankung sind z. B. Atopische Dermatitis, Atopisches Ekzem oder Endogenes Ekzem.
Die betroffenen Hautbezirke sind meistens gerötet und schuppig, zum Teil sind sie nässend und entzündet. Ausbreitung und Intensität der Krankheit sind unterschiedlich.
Bei Säuglingen befinden sich die befallenen Bereiche meist am Kopf und im Gesicht, beim älteren Kind sind oftmals Armbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hand- und Fußrücken betroffen. Neurodermitische Erscheinungen bei Erwachsenen sieht man an Gesicht, Hals, Beugen, Brust und Schultern.
An der Neurodermitis kann jeder Mensch in jedem Alter erkranken, besonders häufig sind Kleinkinder betroffen.
Neurodermitis ist nicht ansteckend!
Ursachen von Neurodermitis

Trotz umfangreicher Forschungen sind die Ursachen der Neurodermitis und anderer allergischer Erkrankungen bisher nicht eindeutig geklärt. Sicher ist aber, dass die Erkrankungen auf vielen Ursachen beruhen - sie sind multifaktoriell bedingt. Beteiligt an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Krankheit sind Faktoren aus den drei Bereichen Körper, Psyche und Umwelt. Speziell für die Neurodermitis kommt der Anteil "Hautpflege" hinzu.
Der Einfluss der Faktoren auf die Neurodermitis variiert von Mensch zu Mensch. Bei manchen stehen Allergien, z. B. gegen Nahrungsmittel, Pollen oder Hausstaubmilben im Vordergrund, bei anderen spielen psychische Belastungen die Hauptrolle.
Diese individuellen Ursachen aufzuspüren und so zu verändern, dass die Haut möglichst erscheinungsfrei wird, dass Krankheitssymptome möglichst ausbleiben, ist Anliegen der ganzheitlichen Behandlung nach dem Schwelmer Modell.
Ganzheitliches Krankheitsverständnis und Therapieansatz:
Die Inhalte und der Ablauf der Behandlung nach dem Schwelmer Modell basieren auf einem komplexen Menschenbild und ganzheitlichen Krankheitsverständnis. Obwohl die meist gegebene genetische Disposition nicht veränderbar ist, bedarf es zusätzlicher Auslösefaktoren zum Ausbruch und zur Verstärkung der Krankheitssymptome. Psychosomatische und sozioökologische Anteile werden als sich wechselseitig beeinflussend verstanden. Sie sind also nicht isoliert zu betrachten und zu behandeln. So kann in einem Fall die psychische Belastung im Vordergrund stehen und zur Ausprägung von psychischen und körperlichen Symptomen führen. In einem anderen Fall kann beispielsweise anhaltendes Einatmen von Allergenen (z.B. Hausstaubmilben) symptomauslösend und -verstärkend sein. Damit verbunden sind dann Juckreiz, Kratzen, Husten, Schmerzen, Schuldgefühle und das Empfinden von Verletztheit und möglicherweise auch die soziale Isolation. Die Ursachen der neurodermitischen und allergischen Krankheitsschübe sind nach dem heute anerkannten Verständnis und der Vorgehensweise im Schwelmer Modell also multifaktoriell bedingt.
Solche im System Mensch immanenten Wechselwirkungen haben ihre Entsprechung auch in interindividuellen Beziehungseinflüssen. Der Mensch lebt nicht für sich allein, sondern wird auch von äußeren Faktoren beeinflusst , andererseits nimmt er Einfluss auf seine Umwelt und sein Umfeld. Wenn dieses Zusammenspiel nicht mehr harmonisch verläuft, entstehen Regulationsstörungen, die sich beim Neurodermitiker und Allergiker in Form von Unverträglichkeiten, allergischen Reaktionen und Überlastungserscheinungen des Organs Haut und weiterer Organe zeigen. Diese Störungen, die häufig bereits durch ganz alltägliche Situationen ausgelöst werden, aufzuspüren und zu korrigieren, ist das Anliegen des ganzheitlichen Therapieansatzes. Dem gegenüber steht die organorientierte Sichtweise der Krankheit und der Behandlung. Hier werden die Krankheiten als isolierte Krankheit des betroffenen Organs verstanden und entsprechend therapiert.
Beide Ansätze haben Vorteile, die der Patient nutzen sollte. Während eines akuten Krankheitsschubes hat die Linderung der Symptome Vorrang, wobei ein möglichst nebenwirkungsarmer Weg bevorzugt wird.
Nach Abklingen des Krankheitsschubes, im beschwerdefreien Intervall, empfiehlt das Schwelmer Modell die ganzheitliche Sichtweise anzunehmen und die Ursachen des Schubes aufzuspüren. Die folgende grafische Darstellung erläutert dieses Vorgehen am Beispiel der Neurodermitis.
